Wie fühlt sich eine Schallleitungsschwerhörigkeit an?
Die Erfahrungen, die Menschen mit einer Schallleitungsschwerhörigkeit machen, hängen davon ab, wie leicht oder schwer der Hörverlust ist.
Leichte Schallleitungsschwerhörigkeit
Viele leise Alltagsgeräusche können von Menschen mit einer leichten Schwerhörigkeit überhört werden. Zu den leisen Alltagsgeräuschen gehören das Atmen von Menschen, das Rascheln von Blättern, das Flüstern von Menschen, das Summen von Kühlschränken, das Schnurren von Katzen und das Tropfen von Wasser. Menschen mit leichtem Hörverlust können sich in ruhiger Umgebung gut verständigen, aber in Situationen mit Hintergrundgeräuschen können sie Wörter, die mit bestimmten Konsonanten ("s", "f") beginnen, verwechseln.
Mittlere Schallleitungsschwerhörigkeit
Menschen mit mittlerem Hörverlust haben größere Schwierigkeiten, Sprache in normaler Gesprächslautstärke zu hören und zu verstehen. Es ist anstrengender, einem Gespräch zu folgen, und viele Wörter können überhört oder missverstanden werden, selbst wenn es ruhig ist. Da alle Geräusche und Klänge im Betroffenen Tonbereich gedämpfter übertragen werden, überhören Betroffene leise Geräusche, wie ein Kichern, leichten Regen oder ähnliches leicht.
Mittlere bis schwere Schallleitungsschwerhörigkeit
Menschen mit einem mittleren bis schweren Hörverlust haben in den meisten Situationen Schwierigkeiten, Sprache zu verstehen. Fernseher oder Radio sind bei normaler Lautstärke nicht zu verstehen und müssen lauter gestellt werden. Andere Alltagsgeräusche, die überhört werden können, sind fließendes Wasser, ein Wecker, spielende Kinder, eine belebte Straße, eine elektrische Zahnbürste und eine Waschmaschine.
Was ist der Unterschied zwischen einer Schallleitungsschwerhörigkeit und einer Schallempfindungsschwerhörigkeit?
Im Gegensatz zur Schallempfindungsschwerhörigkeit ist die Schallleitungsschwerhörigkeit oft behandelbar. Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit funktionieren das Innenohr und der Hörnerv normal.
Menschen mit Schallleitungsschwerhörigkeit haben in der Regel Probleme mit der Lautstärke von Geräuschen, nicht aber mit der Verständlichkeit. Daher sollten sie in der Lage sein zu hören, wenn die Lautstärke ausreichend erhöht werden kann.
Der Grad der Schallleitungsschwerhörigkeit lässt sich in drei Kategorien einteilen, anstatt in fünf Kategorien wie bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit:
- leichte Schallleitungsschwerhörigkeit: 26 bis 40 dB
- mittlere Schallleitungsschwerhörigkeit: 41 bis 55 dB
- mittlere bis schwere Schallleitungsschwerhörigkeit: 56 bis 70 dB
Je weiter unten das Ergebnis auf der Liste steht, desto stärker ist der Hörverlust und desto größer sind die Auswirkungen auf das Hörvermögen.
Erfahren Sie mehr über Schallempfindungsschwerhörigkeit
Wie wird Schallleitungsschwerhörigkeit behandelt?
Um eine Schallleitungsschwerhörigkeit zu behandeln, muss ein Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt Ihre Ohren untersuchen, um festzustellen, wo die Schallleitungsschwerhörigkeit auftritt.
Sobald die Ursache und der Grad des Hörverlustes festgestellt sind, wird eine geeignete Behandlung vorgeschlagen.
In vielen Fällen kann eine Schallleitungsschwerhörigkeit so behandelt werden, dass sich das Hörvermögen normalisiert oder auf den Stand vor dem Auftreten der Schallleitungsschwerhörigkeit zurückkehrt.
Ist die Ursache des Hörverlustes dauerhaft, umfasst die Behandlung die Anpassung von Hörgeräten oder chirurgische Behandlungsmöglichkeiten wie knochenverankerte Hörgeräte oder Mittelohrimplantate. Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit in beiden Ohren (beidseitige Schallleitungsschwerhörigkeit) können zwei Hörgeräte erforderlich sein.
Behandlung einer Schallleitungsschwerhörigkeit
Die Behandlung der Schallleitungsschwerhörigkeit hängt von der Ursache des Hörverlustes ab. Hier einige Beispiele:
- Hörgeräte. Als nicht-chirurgische Lösung kann ein herkömmliches Hörgerät helfen, den Übertragungsverlust bei Schallleitungsschwerhörigkeit auszugleichen.
- Entfernung. Ihr Arzt kann Störungen wie Ohrenschmalz oder Fremdkörper im Gehörgang entfernen.
- Medikamente. Antibiotika oder andere Medikamente können zur Behandlung verschiedener Arten von Ohrinfektionen eingesetzt werden.
- Chirurgischer Eingriff. Anomalien, Tumore oder bestimmte Erkrankungen können chirurgisch behandelt werden, um den Schaden zu beheben, z.B. indem ein Pflaster auf das Trommelfell geklebt wird, um ein Loch zu verschließen, oder indem Tumore oder Erkrankungen wie ein Cholesteatom entfernt werden.
- Implantate. Verschiedene Implantate können bei bestimmten Arten von Mittelohrschäden helfen. Für disartikulierte (gelöste) Mittelohrknochen gibt es eine Prothese namens Total Ossicular Replacement Prosthesis (TORP). Es gibt auch knochenverankerte Hörgeräte, d.h. implantierbare Geräte, die den Übertragungsverlust verbessern können.